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Grundwasserschutz vorantreiben - Interessengemeinschaft Dümmer-Hunte und Nienburg-Hoya fusionieren

23.11.2012
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Rehden/Nienburg (DH). Die Interessengemeinschaften (IGG) Dümmer–Hunte-Weser und Hoya-Nienburg haben sich zusammengeschlossen. Sie wollen dem Trinkwasserschutz in den Landkreisen Nienburg und Diepholz mehr Gewicht verleihen. Eigentlich hätten an diesem Nachmittag in Rehden wegen des Zusammenschlusses unter dem bekannten Namen „IGG Dümmer-Hunte-Weser“ alle Beteiligten bestens zufrieden sein müssen. Doch Dr. Frank Schmädeke (Rohrsen) von der Landwirtschaftskammer, der die Interessengemeinschaften fachlich betreut und ihren Zusammenschluss vorangetrieben hat, warnte eindringlich: Regelt das Land den Verteilungsschlüssel für Mittel aus der Wasserentnahmegebühr nicht flexibler, droht gerade in den Landkreisen Diepholz und Nienburg für einen bis dato erfolgreichen Grundwasserschutz nicht nur Stillstand, sondern Rückschritt. Schmädeke untermauerte die Bedeutung der neuen Interessengemeinschaft: Kreisverband für Wasserwirtschaft, Samtgemeinde Grafschaft Hoya, Samtgemeinde Altes Amt Lemförde, Stadtwerke Huntetal und Stadtwerke Nienburg fördern in ihren Brunnen jährlich sieben Millionen Kubikmeter Wasser – Trinkwasser für rund 200 000 Menschen und zahlreiche Unternehmen. Die Fördergebiete umfassen 4900 Hektar, von denen rund 2800 Hektar von 215 Betrieben landwirtschaftlich genutzt werden.

In der IGG sind neben den Versorgern auch die Landwirte vertreten, die Flächen im Einzugsbereich der Wasserwerke bewirtschaften. Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Versorgern ist dort Kern des Grundwasserschutzes:Um den Landwirten ein auskömmliches Wirtschaften zu ermöglichen, zugleich aber das Grundwasser vor Eintragungen beispielsweise durch Nitrat zu schützen, setzt die Landwirtschaftskammer eine ganze Palette von Instrumenten ein, bis hin zu gezielten Maßnahmen des Gewässerschutzes. Nach deren Umsetzung erhalten Landwirte einen Ausgleich für Einkommenseinbußen durch verschärfte Wasserschutzmaßnahmen. Die Landwirte sind mit im Boot und nutzen die Beratungsangebote freiwillig und schränken ebenso die Bewirtschaftungsintensität ein. Der Landwirt als „Wasserwirt“ - keine Selbstverständlichkeit angesichts steigender Pachtpreise und ebenfalls deutlich gestiegener Preise für Getreide oder Energiepflanzen,wie Schmädeke betonte. Beratung und Ausgleichszahlungen kosten Geld. Und das wird knapp. Schmädeke fand deutliche Worte: „Landesweit stehen für Grundwasserschutzmaßnahmen nach wie vor rund 18 Millionen Euro aus der Wasserentnahmegebühr zur Verfügung, verglichen mit dem vorherigen Förderzeitraum werden für die hiesigen Wasserschutzgebiete jedoch bis zu einem Drittel weniger Mittel zur Verfügung gestellt. Trotzdem sollen wir mehr Leistung bringen. Das ist nicht zu machen. Er warnte eindringlich davor, gerade in Trinkwassergewinnungsgebieten den Grundwasserschutz zu vernachlässigen.

Man solle das gesamte Gewicht der neu gegründeten IGG nutzen, „um gemeinsam in Hannover an die Tür zu klopfen“. Schmädeke lobte ausdrücklich die beteiligten Versorger, namentlich die Stadtwerke Huntetal und den Nienburger Kreisverband für Wasserwirtschaft, die ihr Engagement für den Grundwasserschutz schon in der Vergangenheit aus Eigenmitteln aufgestockt hätten. Doch nach dem derzeitigen Stand würden Land und EU in den kommenden Jahren lediglich noch rund 50 Prozent der für Beratung und Maßnahmen anfallenden Kosten finanzieren – das gefährde den „sehr hohen Standard“, den man in den Kreisen Nienburg und Diepholz im Grundwasserschutz erreicht habe. Die Geschäftsführer der bislang selbstständigen Interessengemeinschaften,Manfred Bertram und Joachim Oltmann, schieden mit dem Zusammenschluss aus ihren Ämtern. Oltmann dankte Schmädeke für dessen Engagement, lobte Fingerspitzengefühl und Zielstrebigkeit.

Martin Kuhlhüser, Geschäftsführer der Stadtwerke Nienburg und neuer Geschäftsführer der fusionierten IGG, danke seinen Vorgängern für ihre Arbeit und betonte, mit Schmädeke habe der Grundwasserschutz einen kompetenten und kooperativen Partner an seiner Seite.
Interessengemeinschaft Dümmer-Hunte und Nienburg-Hoya fusionieren Grundwasserschutz vorantreiben.

Die Harke