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Nienburg startet Zukunftsprojekt zur Energiewende und planen Wasserstoffproduktion und eigene Tankstelle

25.11.2020

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Nienburg. Die Stadtwerke Nienburg wollen die Energiewende im Straßenverkehr einen großen Schritt voranbringen: Mit einer Hybrid-Fabrik zur Erzeugung von grünem Wasserstoff, einer eigenen Wasserstofftankstelle und Abnehmern aus der Region will man den gordischen Knoten durchschlagen, der den breiten Einsatz von Wasserstoff für Lkw und Busse bislang verhindert.

Das Konzept sieht vor, am Nienburger Südring mittels Elektrolyse Wasserstoff zu erzeugen. Den grünen Strom dafür liefern zwei Windkraftanlagen und ein Solarpark. In unmittelbarer Nachbarschaft soll eine Wasserstofftankstelle entstehen. Schon in der ersten Ausbaustufe soll genügend grüner Treibstoff produziert werden, um den Jahresbedarf von zwei Buslinien und mehreren Lkw zu decken. Somit führt allein die erste Ausbaustufe zu einer CO2-Einsparung von rund 266 Tonnen pro Jahr.

Unter anderem hätten bereits die Betreiber des ÖPNV und heimische Speditionen deutliches Interesse signalisiert, ihre Flotten auf Wasserstoffbetrieb umzustellen, so die Stadtwerke.

Mit dem Projekt möchte der Nienburger Energiedienstleister die Dekarbonisierung im Straßenverkehr, also den Verzicht auf fossile Kraftstoffe, entscheidend voranbringen. Denn die „klassische“ Elektromobilität ist für den Schwerlastverkehr nur bedingt geeignet. Wasserstoff hingegen schon, denn mit ihm entfallen die schweren, platzraubenden Batterien in den Fahrzeugen.

Allerdings gibt es hier bislang ein „Henne-Ei“-Problem: Man wolle ja Wasserstoff in den Flotten nutzen, sagen die Spediteure – aber es gäbe nicht ausreichend Tankstellen. Potenzielle Tankstellenbetreiber argumentieren, man werde ohne Absatzgewissheit nicht Millionen von Euro investieren. Fakt ist, dass die Tankstellen zuerst geschaffen werden müssen. Das Konzept der Stadtwerke, grünen Wasserstoff in einem Hybrid-Werk zu erzeugen, und damit in unmittelbarer Nachbarschaft eine Tankstelle in bester Verkehrslage zu versorgen, löst dieses Dilemma: Das Vorhaben, in das mehr als fünf Millionen Euro investiert werden sollen, sei, so die Stadtwerke, „in dieser Konstellation bisher einmalig“.

Dass das nicht nur gut klingt, sondern auch betriebswirtschaftlich, energie- und ordnungspolitisch funktioniert, belegen die Stadtwerke in einer Machbarkeitsstudie. Deren positives Fazit ist zugleich die Grundlage für entsprechende Förderanträge beim Land Niedersachsen, durch die sich die Produktion überhaupt erst mittelfristig wirtschaftlich gestalten lässt. Das Wasserstoffprojekt der Stadtwerke kann nach den Worten des Geschäftsführers bedarfsorientiert weiterwachsen.

In Hannover sei man an dem Vorhaben sehr interessiert, denn Niedersachsen sieht sich im Bereich Wasserstoff als Vorreiter. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies sagte dementsprechend auch seine Unterstützung zu.